Niederspannungscockpit

Operative Netztransparenz – zustandsnah und belastbar

Das Niederspannungscockpit ist die operative Ebene von mainsight.
Es nutzt den integrierten digitalen Zwilling, um Zustände, Ereignisse und Handlungsoptionen im Niederspannungsnetz in Echtzeit sichtbar und bewertbar zu machen.

Ziel ist über die Visualisierung hinaus die Schaffung einer fundierten Entscheidungsgrundlage für den Netzbetrieb.


Übersichtskarte und Alert-basierter Betrieb

Übersichtskarte mit Hexagon-Kachelung und Alerts

Im operativen Betrieb ist nicht das einzelne Ortsnetz entscheidend, sondern der Überblick über das Gesamtnetz.

Das Niederspannungscockpit stellt das Versorgungsgebiet in einer geographischen Übersicht dar, die in nahtlos gekachelte Hexagone unterteilt ist.
Jedes Hexagon repräsentiert eine Menge von Ortsnetzen. Die Farbgebung zeigt an, ob in einem der darunterliegenden Netze eine kritische Situation vorliegt.

Zusätzlich werden konkrete Ereignisse und Auffälligkeiten als Marker direkt in der Karte verortet.

So lassen sich kritische Situationen priorisieren, ohne sich frühzeitig in Detailanalysen zu verlieren.

Neben der Karte zeigt eine Alert- und Aufgabenliste alle aktuell relevanten Ereignisse.
Jeder Alert kann automatisch einen Workflow auslösen – etwa zur Bewertung, Eskalation oder zur Ableitung von Maßnahmen.

Diese Workflows sind:

  • transparent nachvollziehbar
  • kundenspezifisch anpassbar
  • jederzeit erweiterbar

Detailansicht einzelner Teilnetze

Detailansicht eines Teilnetzes mit Isoflächen und Betriebsmitteln

Ausgehend von einem Alert oder einer gezielten Auswahl kann im Cockpit ein einzelnes Teilnetz im Detail betrachtet werden.

Die Detailansicht zeigt das elektrische Netz mit allen Betriebsmitteln und deren aktuellen Zuständen.
Leitungen, Stationen, Verteilerschränke oder Hausanschlüsse lassen sich direkt auswählen. Zu jedem Objekt stehen kontextbezogene Detailinformationen zur Verfügung.

Zur Bewertung der Netzsituation unterstützt das Cockpit unter anderem:

  • Isoflächendarstellungen der Spannungshaltung
  • Visualisierung von Leistungen und Auslastungen
  • Darstellung technischer Ressourcen wie Wallboxen, Wärmepumpen oder PV-Anlagen

Damit wird aus einem abstrakten Alert eine technisch belastbare Entscheidungsgrundlage.


Netzzustandsermittlung als Grundlage

Der Betrieb von Niederspannungsnetzen erfordert - nicht nur mit Blick auf §14a - zunehmend die permanente Kenntnis des aktuellen Netzzustands. Das Cockpit nutzt dazu die kontinuierliche Netzzustandsermittlung, unter anderem zur :

  • Erkennung von Engpässen (z. B. Spannungshaltung, Betriebsmittelauslastung)
  • zustandsnahen Bewertung auf Basis der real verfügbaren Messwerte
  • Ableitung belastbarer Aussagen auch bei unvollständigen Messdaten

Der Fokus liegt dabei auf Stabilität, Plausibilität und Nachvollziehbarkeit


Störungen erkennen und eingrenzen

Neben dem regulären Betrieb unterstützt das Niederspannungscockpit auch bei Störungen und Ausfällen.

Dazu werden verschiedene Informationsquellen zusammengeführt:

  • direkte Meldungen und Messwerte
  • indirekte Hinweise, etwa der Ausfall benachbarter iMSys
  • zeitliche und räumliche Korrelationen im Netz

Ziel ist eine schnelle Eingrenzung möglicher Fehlerstellen und eine strukturierte Unterstützung der Entstörung.


Steuerung und Maßnahmen

Auf Basis des ermittelten Netzzustands können im Cockpit geeignete Maßnahmen abgeleitet und bewertet werden.

Dazu zählen unter anderem:

  • Unterstützung von Steuerprozessen nach §14a EnWG und §9 EEG
  • Bewertung und Simulation möglicher Schalthandlungen
  • Abschätzung der Auswirkungen von Maßnahmen und Handlungsoptionen auf Netz und Betriebsmittel

Das Cockpit ist dabei nicht auf einen festen Anwendungsfall beschränkt, sondern unterstützt unterschiedliche betriebliche Szenarien.


Mehr als elektrische Größen

Ein belastbares Lagebild im Netzbetrieb entsteht nicht allein aus elektrischen Messwerten.

Das Niederspannungscockpit verarbeitet daher auch nicht-elektrische Statusinformationen, etwa:

  • Zustände von und in Ortsnetzstationen und Kabelverteilerschränken
  • Informationen aus IoT- und Sensorsystemen
  • sicherheitsrelevante Ereignisse

So können kritische Situationen frühzeitig erkannt und eingeordnet werden – auch außerhalb rein elektrotechnischer Betrachtungen.


Historie und Netzplanung

Neben der aktuellen Betriebssituation stellt die Plattform auch historische Daten zur Verfügung.

Diese können genutzt werden für:

  • Analyse vergangener Netzsituationen
  • Bewertung von Betriebsmittelauslastungen
  • Unterstützung der Netzplanung auf Basis realer Zustandsdaten

Damit wird aus dem operativen Werkzeug zugleich eine belastbare Datengrundlage für langfristige Entscheidungen.


Workflow-gestützte Abläufe

Betriebliche Prozesse lassen sich im Cockpit strukturiert abbilden und unterstützen.

Dazu gehören unter anderem:

  • Alerts und Benachrichtigungen
  • Eskalationsmechanismen
  • automatisierte und teilautomatisierte Maßnahmen

Das Cockpit ist damit nicht nur ein rein (elektro)technisches Werkzeug, sondern unterstützt auch die Abläufe im Netzbetrieb.


Einordnung und Vertiefung