Resilienz & digitale Souveränität

Resilienz & digitale Souveränität

Digitale Systeme sind heute ein zentraler Bestandteil des Netzbetriebs.
Im Störungs- oder Krisenfall entscheidet ihre Verfügbarkeit darüber, ob ein Netzbetreiber handlungsfähig bleibt.

mainsight wurde mit dem Anspruch entwickelt, digitale Souveränität und Resilienz nicht als Zusatzfunktionen, sondern als grundlegende Entwurfsprinzipien zu verstehen.

Resilienz bedeutet, auch dann handlungsfähig zu bleiben, wenn andere Systeme bereits ausfallen.


Digitale Souveränität & Datenschutz

Netzdaten sind Teil der kritischen Infrastruktur.
Sie dürfen weder unkontrolliert weitergegeben noch außerhalb des Einflussbereichs des Netzbetreibers verarbeitet werden - insbesondere vor dem Hintergrund der KRITIS-Anforderungen und der NIS2-Richtlinie.

Dazu zählen nicht nur technische Informationen wie Netztopologie oder Zustandsdaten, sondern auch sensible Kundendaten – etwa zum Verbrauchsverhalten oder Anschlussinformationen.

mainsight stellt sicher, dass diese Daten im Verantwortungsbereich des Netzbetreibers verbleiben.

Sie als Netzbetreiber entscheiden, wo Ihre Daten liegen – und wie die Software betrieben wird.

Konkret bedeutet das:

  • keine erzwungene Cloud-Anbindung
  • keine versteckten Datenabflüsse
  • volle Transparenz über Datenhaltung und Datenverarbeitung
  • Schutz sensibler Betriebs- und Kundendaten

Resilienz gegenüber internationalen Abhängigkeiten

Der sichere Betrieb von Stromnetzen darf nicht von einzelnen Softwareherstellern, Plattformbetreibern oder politischen Rahmenbedingungen anderer Staaten abhängen. Dies gilt umso mehr im Kontext von KRITIS-Betreibern und den steigenden Anforderungen an Lieferketten- und IT-Sicherheit im Zuge von NIS2.

mainsight ist daher so konzipiert, dass Netzbetreiber ihre Systeme auch langfristig souverän betreiben können.

Das umfasst unter anderem:

  • Open-Source-basierte Architektur ohne proprietäre Lock-in-Effekte
  • keine funktionale Abhängigkeit von ausländischen Cloud- oder Plattformanbietern
  • Betrieb, Wartung und Weiterentwicklung auch durch den Netzbetreiber selbst möglich
  • externe Dienstleister sind möglich, aber in der Regel nicht zwingend erforderlich

Im Extremfall bleibt die Handlungsfähigkeit auch dann erhalten, wenn internationale Lieferketten oder Dienstleister nicht verfügbar sind.


Resilienz gegenüber lokalen Krisen und Störungen

Gerade im Krisenfall ist häufig nicht nur das Stromnetz selbst betroffen.
Auch Kommunikationsinfrastrukturen, Internetanbindungen oder externe IT-Dienste können eingeschränkt oder nicht verfügbar sein.

mainsight berücksichtigt diese Szenarien bereits im Architekturentwurf.

Zentrale Aspekte sind:

  • Möglichkeit zum lokalen oder regionalen Betrieb
  • reduzierte Abhängigkeit von Internet, LTE oder 5G
  • Auslegung auf den Weiterbetrieb bei Teilausfällen

Typische Auslöser können sein:

  • extreme Wetterereignisse
  • großflächige Stromausfälle
  • gleichzeitige Störungen mehrerer kritischer Infrastrukturen
  • hybride oder militärische Bedrohungslagen

Leitstellensoftware als aktiver Schutzfaktor

Digitale Leitstellensysteme können nicht nur auf Störungen reagieren, sondern aktiv zur Absicherung der kritischen Infrastruktur beitragen.

mainsight unterstützt Netzbetreiber dabei, kritische Situationen frühzeitig zu erkennen und einzuordnen.

Beispiele hierfür sind:

  • Ausfälle oder Auffälligkeiten benachbarter Messpunkte
  • unerwartete Ereignisse an Ortsnetzstationen
  • Kombination technischer und physischer Ereignisse

Durch die Einbindung von IoT- und Sensordaten kann die Leitstellensoftware Hinweise auf Störungen, Beschädigungen oder unbefugte Zugriffe liefern und so die Entstörung gezielt unterstützen.

Resilienz betrifft nicht nur die Verfügbarkeit der Software – sondern auch deren Fähigkeit, kritische Situationen frühzeitig zu erkennen, um diese strukturiert zu bewältigen.


Flexible Betriebsmodelle für den Krisenfall

mainsight wird containerbasiert ausgeliefert und kann flexibel betrieben werden:

  • auf eigener Hardware
  • in nationalen Rechenzentren
  • in Cloud-Infrastrukturen
  • bei Bedarf auch bei internationalen Hyperscalern

Der Netzbetreiber entscheidet selbst über das Betriebsmodell – die Software unterstützt unterschiedliche Szenarien, ohne ihre Funktionalität einzuschränken. Damit lassen sich auch organisatorische und regulatorische Anforderungen aus dem KRITIS- und NIS2-Umfeld gezielt adressieren.


Fazit

Resilienz ist kein optionales Feature.
Sie ist eine grundlegende Voraussetzung für den sicheren und verantwortungsvollen Betrieb moderner Stromnetze.

mainsight verbindet digitale Souveränität, technische Robustheit und operative Unterstützung – im Normalbetrieb ebenso wie im Krisenfall.


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